Was ist das Geheimnis erfolgreicher Teams?

Zwei Jahre lang ging Google dieser Frage im Projekt Aristoteles nach und untersuchte, welche Faktoren die effektivsten Teams kennzeichnen. Überraschenderweise ist es nicht die gebündelte Intelligenz der Teammitglieder oder die längste Arbeitserfahrung. Um dem Geheimnis auf die Schliche zu kommen, hilft eine kleine, wahre Geschichte:

2011 stürzte ein Flugzeug ab und 12 Menschen kamen ums Leben – weil der kritischste Faktor für ein erfolgreiches Team fehlte. Der Co-Pilot des First Air Flugs 6560 äußerte gegenüber dem Piloten Bedenken hinsichtlich der Landung des Flugzeugs. Der Pilot ging nicht auf die Bedenken ein, woraufhin der Co-Pilot das Thema ruhen ließ. Wenige Minuten später stürzte das Flugzeug ab.

Hier stellt sich die Frage: Wie hätte der Absturz verhindert werden können, wenn sich der Kopilot getraut hätte auf seiner Meinung zu beharren? In diesem Beispiel zeigt sich, wie wichtig die Rolle psychologischer Sicherheit für das Resultat sein kann. Tatsächlich hat auch Google in seiner Studie die psychologische Sicherheit als das Geheimnis der besonders erfolgreichen Teams erkannt.

Psychologische Sicherheit ist die gemeinsame Überzeugung aller Mitglieder eines Teams, dass es (innerhalb des Teams) sicher ist, zwischenmenschliche Risiken einzugehen.“

Edmondson (1999)

Wie kann die psychologische Sicherheit gesteigert werden?

Um die Atmosphäre der psychologischen Sicherheit zu erhöhen, muss man verstehen, dass sie hauptsächlich durch Interaktionen auf Teamebene – mit Kollegen und Vorgesetzten – beeinflusst wird. Demnach ist dort auch der Ansatzpunkt für Veränderungen (Edmondson & Mogelof, 2005):

1. Erfasse den Status Quo

Bevor Maßnahmen ergriffen werden, ist es wichtig, herauszufinden wo ihr als Team eigentlich steht. Vielleicht fühlen sich eure Teammitglieder bereits psychologisch sicher. Dafür könnt ihr die folgenden Aussagen beurteilen:

Beispielhafte Aussagen zur Beurteilung von psychologischer Sicherheit

2. Kläre die gemeinsame Erwartungshaltung

Wenn herauskommt, dass die psychologische Sicherheit im Team noch ausbaufähig ist, solltet ihr darüber sprechen, warum eine offene Atmosphäre im Team wichtig ist.

Stelle die Frage in den Raum, welche Vorteile sich durch eine Verbesserung für das Team ergeben würden. Nur wenn ihr eine gemeinsame Erwartungshaltung im Team erarbeitet, könnt ihr euer Potenzial in dem Punkt wirklich heben. Durch die gemeinsame Erwartungshaltung wird ein positives Framing für mögliche Maßnahmen geschaffen.

3. Brich die „goldene Regel“

Behandle die Teammitglieder nicht so, wie du selbst gerne behandelt wirst, sondern so, wie sie gerne behandelt werden.

Das schaffst du, indem du nach ihren Präferenzen fragst: Welche Art von Feedback bekommst du gerne? Wie häufig sollen wir uns im Team zusammensetzen, um über die Teamarbeit und das Teamklima zu sprechen? Wie kann die Kommunikation im Team verbessert werden?

Diese drei Methoden könnt ihr bereits umsetzen, um die psychologische Sicherheit in eurem Team zu erhöhen. Im zweiten Blogartikel zu psychologischer Sicherheit beschreiben wir euch drei weitere praktische Tipps.

Quellen

Edmondson, A. (1999). Psychological Safety and Learning Behavior in Work Teams. Administrative Science Quarterly, 44(2), 350.

Edmondson, A. & Mogelof, J.P. (2005). Explaining Psychological Safety in Innovation Teams: Organizational Culture, Team Dynamics, or Personality? In Thompson, L. & Choi, H.-S. (Hrsg.), Creativity and Innovation in Organizational Teams. New York: Psychology Press.

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