Kommunikation

Mentale Modelle: Teams an einem Strang ziehen lassen – Workshop Retro mit Echometer

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Schon wieder haben die beiden Kollegen irgendwie aneinander vorbei geredet. Dabei haben sie sich so angestrengt. Das führt immer wieder zu Konflikten… Warum klappt das einfach nicht? 

Vielleicht können wir weiterhelfen. Menschen blicken aus unterschiedlichen Filtern auf die Welt. Wenn man auf ein Bild schaut, würden viele es aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten – und unterschiedlich darüber reden. Je nach Filter.

Psychologischer Hintergrund

Aber auch darauf, was zum Beispiel eigentlich gute Arbeit ist, haben alle eine unterschiedliche Perspektive. Man könnte aus psychologischer Sicht auch sagen, die Kolleg*innen haben unterschiedliche mentale Modelle der Realität.

Und genau aus dem Grund kommuniziert man manchmal aneinander vorbei. Weil man die Welt unterschiedlich wahrnimmt und somit anders über sie redet. Das folgende Video macht sehr schön deutlich, was ein mentales Modell eigentlich ist (3 Minuten reichen): Draw Toast.

Ihr habt es euch schon gedacht: Je näher eure mentalen Modelle aneinander liegen, desto besser könnt ihr kommunizieren. Also – lasst sie uns doch angleichen!

Übung & Besprechung in der Retro

Dafür empfehlen wir folgende Übung:

  1. 5 – 10 Minuten: Mach die „Draw Toast“ Übung im Team (ohne vorherige Erklärung), wie sie im Video erklärt ist. Achte dabei darauf, dass man sich nicht austauscht oder sich gegenseitig inspiriert.
  2. Jeder kann einmal 20 Sekunden lang sein Werk der Gruppe präsentieren.
  3. Schaut die ersten Minuten des Draw-Toast Videos – damit allen klar wird, was ein mentales Modell ist. Hierbei sollte auch deutlich werden, dass es durchaus vorkommt, dass unterschiedliche Personen sehr unterschiedliche mentale Modelle haben können.

Für den nächsten Schritt solltet ihr in der Retro die folgenden Echometer Items abgefragt haben:

  • Im Team teilen wir ein gemeinsames Verständnis davon, was “gute Arbeit” ist.
  • Ich weiß, wie viel Einfluss und welche Verantwortlichkeiten ich habe und wie ich sie in verschiedenen Situationen einsetzen kann.
  • Ich kann gut nachvollziehen, wie meine Arbeit einen Beitrag zum Team- und Unternehmenserfolg leistet.

Wenn ihr dazu im Vorfeld der Retro Feedback vom Team einholt, habt ihr eine “unbiased” Meinung des Teams und könnt mithilfe einer objektiven Grundlage den nächsten Schritt des Workshops angehen.

  • Schaut euch die Ergebnisse der Retro an.
    • Sprecht nacheinander die Ergebnisse durch und diskutiert, wie euer mentales Modell dazu jeweils aussieht.
    • Abschließend: Worauf verwendet ihr in eurer Teamkommunikation eure meiste Zeit? Habt ihr dafür alle das gleiche mentale Modell, um effektiv kommunizieren zu können?

Ziel dieser Übung ist also, hier die mentalen Modelle anzugleichen. Gleichzeitig unterstützt sie auch dabei, ein Ziel der Items von Echometer zu verdeutlichen: Die Items, also Aussagen von Echometer dienen auch immer dazu, die gegenseitigen mentalen Modelle abzugleichen (auch unabhängig von der heutigen Retro).

Einen Schritt weiter

Und falls ihr mal in Ansätzen merkt, dass eure mentalen Modelle wirklich stark auseinander gehen, könnt ihr diese natürlich einmal aktiv vergleichen und euch so gegenseitig zu neuen Erkenntnissen durch eure unterschiedlichen Perspektiven verhelfen.

  1. Jeder schreibt auf, wie sein eigenes mentales Modell (z.B. dazu, was „gute“ Arbeit ist), eigentlich aussieht – möglichst in einer groben Zeichnung bzw. Visualisierung.
  2. Die Ergebnisse werden wieder in Kleingruppen diskutiert.
  3. Die Erkenntnisse der Diskussion werden im gesamten Team diskutiert. 
  4. Ggf. werden darauf basierend Maßnahmen abgeleitet – z.B. eindeutige Begrifflichkeiten im Team o.ä..
  5. Die Ergebnisse sollten natürlich regelmäßig nochmal überprüft werden – das Ganze ist immer Work-in-Progress.

Mehr Infos zu dem Thema “mentale Modelle” findet ihr auch in unserem Blog Text dazu. 

Hoffen wir mal, dass sich eure mentalen Modelle dann jetzt etwas ähnliches sind. Und dann Halleluja. Alles wird so viel besser sein! Hoffentlich.

Auf den Punkt

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Christian Heidemeyer, Psychologe & Scrum Master