Nicht nur Scrum MasterInnen und agile Coaches, auch Führungskräfte und GeschäftsführerInnen erzählen uns immer wieder das Gleiche: “Den Leuten fehlt einfach das richtige Mindset.” Und wie soll man schon ein Mindset ändern? Naja. Wir sagen es euch.

Es ist (teilweise) kein einfacher Weg, aber er ist machbar. Fangen wir erstmal damit an, was wir überhaupt unter dem richtigen Mindset oder dem “agilen Mindset” verstehen.

Mindset – was ist das?

Der Einfachheit halber bedienen wir uns im Folgenden für die Definition von Mindset bei der Stanford Professorin Carol Dweck. Sie hat eine etablierte Einteilung vorgenommen, die als Grundlage auch für das agile Mindset genutzt werden kann.

Dweck (2006) unterscheidet zwischen dem Fixed und Growth Mindset. Menschen, die eher ein Fixed Mindset haben, gehen davon aus, dass ihre Kreativität, Intelligenz und ihr Talent fixiert sind, also unveränderbar. Die logische Konsequenz dieser Einstellung: Es lohnt sich nicht, sich anzustrengen. Fehler sind schlecht und man macht sie, weil man es nicht kann. Konstruktive Kritik ist nutzlos. Und so weiter.

Menschen mit einem Growth Mindset dagegen glauben an die Möglichkeit der ständigen persönlichen Weiterentwicklung (Dweck, 2006). Das führt zu einer Transformation der Bedeutung von “Anstrengung” und “Schwierigkeit” – beides ist nur Teil des Weges. Das Growth Mindset nimmt Niederlagen als Informationen darüber wahr, was man anders machen müsste – und nicht als Diagnose von geringem Talent o.ä.. Die Grafik (basierend auf der Visualisierung von Nigel Holmes) bringt den Unterschied der Mindsets nochmal auf den Punkt und zeigt die Nähe zum agilen Kontext.

Menschen sind hierbei allerdings nicht entweder A oder B. Zwischen Fixed und Growth Mindset besteht ein Kontinuum, in dem manche eher in Richtung Fixed und andere in Richtung Growth Mindset tendieren (Burnette et al., 2013). Ebenso kann es zwischen Bereichen variieren – ich kann ein Fixed Mindset bezüglich meiner Kreativität haben, aber ein Growth Mindset über meinen Umgang mit schwierigen Kunden (Dweck, 1999).

Wir wissen jetzt also, wie man ein agiles Mindset wissenschaftlich einordnen kann. Aber lohnt es sich überhaupt, nach dem Growth Mindset zu streben? Die Forschung hierzu, die direkt mit eurem Arbeitsplatz zu tun hat, behandeln wir im nächsten Artikel. Die Antwort kann ich aber ja schonmal vorwegnehmen: definitiv.

Wenn ihr euch dafür interessiert, wie ihr als Team ein agiles Mindset entwickeln könnt, schaut auf unserer Seite zu diesem Thema vorbei.

Quellen

Burnette, J. L., O’Boyle, E. H., VanEpps, E. M., Pollack, J. M. & Finkel, E. J. (2013). Mind-sets matter: A meta-analytic review of implicit theories and self-regulation. Psychological Bulletin, 139(3), 655-701.

Dweck, C. S. (1999). Essays in social psychology. Self-theories: Their role in motivation, personality, and development. New York, NY, US: Psychology Press.

Dweck, C. S. (2006). Mindset: The new psychology of success. New York: Random House.


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